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Warum der Hund zu Hause „nackt“ sein darf oder warum Hunde Halsband und Geschirr nicht ständig tragen sollten

  • Autorenbild: Hundesalon Fellhelden
    Hundesalon Fellhelden
  • 1. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Juli


Ein Hund, dem das Geschirr von seiner Besitzerin im Vorzimmer ausgezogen wird
Jacke aus, Schuhe aus – und auch das Geschirr darf runter. So kann Ihr Liebling entspannt zur Ruhe kommen, ganz ohne Einengung.

Halsband und Geschirr sind wichtig für Sicherheit, Spaziergänge und Training. Trotzdem sollten sie nicht dauerhaft am Hund bleiben. Darunter können sich dann oft kahle Stellen, Haarbruch oder Hautreizungen bilden.


Viele Hunde tragen Halsband oder Geschirr den ganzen Tag - und sogar beim Schlafen: Für uns Menschen wirkt das praktisch – der Hund ist schnell angeleint, die Marke ist immer dabei, alles sitzt schon bereit. Für Fell- und Hautgesundheit ist das aber nicht ideal.

Sobald der Spaziergang beendet ist und der Zweibeiner Schuhe und Jacke in der Garderobe abgelegt hat, sollte auch die Gassiausrüstung des Vierbeiners ausgezogen werden. So kann der Hund zur Ruhe kommen und sein Körper wieder ohne Einschränkung frei sein. Diese Pausen sind wichtig, damit sich Fell und Haut erholen können.


Haarbruch und Reibungsstellen

Dort, wo Halsband oder Geschirr dauerhaft aufliegen, können sichtbare Veränderungen an Fell und Haut entstehen. Fachlich spricht man je nach Ausprägung von mechanischem Haarbruch, Reibungsalopezie, Scheuerstelle, Druckstelle oder Hautreizung.


Wenn ein Hund plötzlich dünneres Fell, eine kahle Linie oder spröde, abgebrochene Haare hat, muss also nicht immer sofort eine Erkrankung dahinterstecken.

Bei jeder Bewegung arbeitet das Material auf dem Fell. Deutlich dort zu sehen, wo das Geschirr oder Halsband am Körper aufliegt. Im Salon sieht man das oft deutlich: Das Fell liegt Fell flach, ist stumpfer, kürzer oder abgebrochen.  Es haben sich Filzknoten gebildet, die bei Bewegung und beim Bürsten des Hundes schmerzen.


Geschirre: Achseln und Brustbereich besonders kontrollieren

Auch eine gut sitzende Hundeausrüstung kann, auf Dauer getragen, Probleme verursachen.

Der Achselbereich ist besonders empfindlich. Dort ist viel Bewegung, die Haut ist weicher, und der Gurt reibt bei jedem Schritt.

Ein Geschirr sollte niemals in die Achsel schneiden, keine Hautfalte einklemmen und keine deutlichen Abdrücke im Fell hinterlassen. Wenn nach dem Ausziehen Linien, Druckstellen oder gerötete Bereiche sichtbar sind, passt das Geschirr entweder nicht optimal – oder es wird zu lange getragen. Ein nasses Geschirr sollte nicht längere Zeit am Hund bleiben!


Reibung + Feuchtigkeit = Filz

Filz entsteht nicht nur, weil ein Hund zu wenig gebürstet wurde. Er entsteht besonders dort, wo Bewegung, Druck, Reibung, Feuchtigkeit und lose Haare zusammenkommen.

Typische Stellen sind der Halsbereich, die Achseln, die Brust, die Beininnenseiten und alle Bereiche, an denen das Geschirr ofer ein Halsband aufliegt. Nach Regen, Schnee, Schwimmen oder Baden wird das Problem stärker. Wenn das Fell unter dem Geschirr feucht bleibt und durch Bewegung zusammengedrückt wird, verhaken sich die Haare leichter. Aus kleinen Knötchen werden dann feste Filzplatten.


Warum der Hund zu Hause „nackt“ sein darf

Zu Hause braucht der Hund in den meisten Fällen – Sicherheit steht natürlich immer an erster Stelle – weder Halsband noch Geschirr.

Nach dem Spaziergang ist deshalb eine einfache Routine sinnvoll: Halsband oder Geschirr abnehmen, kurz über Hals, Brust und Achseln fühlen und bei langem Fell mit Kamm oder Bürste kontrollieren. Das dauert oft nur eine Minute, verhindert aber viele Probleme. Eine Bürste kann dafür einfach in der Garderobe liegen.


Woran erkennt man, dass Halsband oder Geschirr Probleme machen?

Warnzeichen sind abgebrochene Haare, kahle oder dünnere Stellen, stumpfes oder plattgedrücktes Fell, kleine Filzknoten, Rötung, Schuppen, Krusten, nässende Haut, Juckreiz oder Schmerz beim Berühren. Auch häufiges Kratzen am Hals, Lecken im Achselbereich oder Meiden des Geschirrs kann ein Hinweis sein.


Manche Hunde bleiben beim Anziehen plötzlich stehen, ducken sich weg oder drehen den Kopf ab. Das wird oft als „Unlust“ interpretiert, kann aber auch bedeuten, dass das Material unangenehm drückt oder eine Stelle bereits gereizt ist.

Wenn eine Stelle bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollte sie nicht weiter belastet werden. Dann ist es sinnvoll, vorübergehend ein anderes Geschirr oder Halsband zu verwenden, das nicht genau auf dieser Stelle aufliegt. Bei deutlichen Hautveränderungen ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.


Der perfekte Sitz

Ein Halsband sollte sicher sitzen, aber nicht einschnüren. Als grobe Orientierung sollten etwa zwei Finger zwischen Halsband und Hals passen. Es darf nicht ständig über dieselbe Stelle scheuern und sollte regelmäßig abgenommen werden, damit man Haut und Fell darunter kontrollieren kann.

Beim Geschirr ist die Passform besonders wichtig. Es sollte die Schulterbewegung nicht einschränken, nicht direkt in der Achsel liegen und nicht verrutschen. Der Bauchgurt sollte mit etwas Abstand hinter den Vorderbeinen sitzen. Wenn das Geschirr beim Gehen stark hin und her rutscht, entsteht zusätzliche Reibung.

Bei Welpen, Junghunden, Hunden im Fellwechsel oder Hunden, die zu- oder abgenommen haben, muss die Passform regelmäßig neu kontrolliert werden. Ein Geschirr oder Halsband, das vor einigen Monaten gut gepasst hat, kann später zu eng oder zu locker geworden sein.


Fazit

Halsband und Geschirr sind wichtig, aber sie sollten bewusst verwendet werden. Sie müssen gut sitzen, sauber und trocken sein und regelmäßig kontrolliert werden. Dauerhaftes Tragen kann Fell und Haut belasten.

Wer nach dem Spaziergang Halsband oder Geschirr abnimmt, kontrolliert und die Reibungsstellen bürstet und pflegt, verhindert viele Probleme, bevor sie überhaupt entstehen.

Bei Fragen zur passenden Fellpflege, zu Filzstellen unter dem Geschirr oder zu Haarbruch am Hals schauen wir im Salon gerne genau hin.

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